Falter auf dem Kalifornischen Stechapfel, Datura Wrightii im Botanischen Garten Dresden

Botanischer Garten Dresden

Der Botanische Garten in Dresden beherbergt zahlreiche Arten aus aller Welt und lädt seine Besucher zu einer kleinen Reise in die subtile Welt der Pflanzen ein.

Auf dem 3,25 ha großen Gelände am Rande des Großes Gartens können Pflanzen unter freiem Himmel, aber auch in drei Gewächshäusern bewundert werden. Die Aufteilung des Gartens richtet sich maßgeblich nach geografischen Aspekten, also nach der Herkunft der Pflanzen. So kann man die floralen Besonderheiten aller Erdteile auf sich wirken lassen und die lateinischen Namen der Gewächse erkunden.

Ein Kunstwerk aus Formen und Farben im Botanischen Garten.

Im Eingangsbereich befinden sich auf der linken Seite die asiatischen Pflanzen, ein kleiner Teich und das erste Gewächshaus. Hinter Glasscheiben und im feucht-warmen Klima sind Orchideen und fleischfressende Arten zu sehen. Dann geht es weiter zu den Sukkulenten, also den Pflanzen der trockenen Gebiete Afrikas und Amerikas. Dickfleischiges Gewebe zum Speichern von Wasser ermöglicht ihnen das Überleben bei extremer und langanhaltender Trockenheit. Zurück auf dem Hauptweg, geht es weiter zum Victoria-Haus, das nach der Victoria-Seerose benannt ist. In einem großen Wasserbecken befinden sich die eindrucksvollen Schwimmblätter der Seerose, die am Rand aufgewölbt sind und im Spätsommer ihre maximale Größe erreichen. Das Victoria-Gewächshaus ist der Vegetation amerikanischer Regenwälder gewidmet. Gleich darauf folgt die Tertiär-Anlage, mit Fossilien und fossilen Baumresten. Es sind verwandte Arten von Pflanzen zu sehen, die bereits vor 65 Millionen Jahren wuchsen. So genannte Moor-Eichen weisen ein Alter von etwa 8000 Jahren auf. Die dunklen Stämme waren bis zu ihrer Freilegung durch Wasser und Sedimente vor der Zersetzung geschützt. Kieselsäure sorgte dabei für eine natürliche Imprägnierung.
Besonders interessant finde ich den 8,5 Tonnen schweren Gesteinsblock, der im Anschnitt eine Struktur von roten und grauen Linien erkennen lässt. Das Bändereisenerz stammt aus Nordamerika und ist etwa 2,1 Mrd. Jahre alt. Schichten von rotem Eisenerz und grauem Quarzit bilden eine Struktur, die wie ein abstraktes Gemälde wirkt. Darüber hinaus erfährt man auf der nebenstehenden Infotafel, warum Bändereisenerze als Zeugnisse des ersten durch Lebewesen erzeugten Sauerstoffs auf der Erde interpretiert werden.

Pflanzen aller Erdteile, aber auch heimische Arten.

Im Großen Tropenhaus geht es um die tropische Flora Asiens und Afrikas. Neben bekannten Pflanzen, wie Kaffeestrauch, Zuckerrohr, Bananenstaude und Baumwolle, gedeihen auch viele unbekannte Pflanzenarten. Kaum zu glauben, wie schön Pfeffer und Zimt aussehen, bevor sie gemahlen werden und zum Verfeinern von Speisen dienen. In einem Aquarium sind Unterwasserpflanzen zu bestaunen und auf den Wegen hüpfen kleine Wachteln umher.

Weiter geht es zu den Freilandquartieren – mit Gewächsen aus Nordamerika, Südeuropa und dem Orient. Sehr hübsch finde ich das Alpinum: es ist wie ein Steingarten angelegt und beherbergt eine Auswahl europäischer Hochgebirgspflanzen. Neben Gewächsen aus fremden Regionen, sind im Botanischen Garten auch einheimische Wildpflanzen und Nutzpflanzen zu sehen. Wichtige Arznei- und Gewürzpflanzen – wie zum Bsp. Meerrettich, Knoblauch, Zwiebel, Thymian oder Salbei – dürfen natürlich nicht fehlen.

Insgesamt ein lohnendes Ziel für Naturfreunde, das sich hervorragend mit einem Spaziergang im Großen Garten kombinieren lässt. Ein Besuch im Botanischen Garten ist zu jeder Jahreszeit möglich, wobei im Winterhalbjahr verkürzte Öffnungszeiten zu beachten sind.

Für weitere Informationen geht es hier zur Website vom Botanischen Garten Dresden.

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1 Kommentar. Hinterlasse eine Antwort

  • Ulrich Pankotsch
    16. August 2017 20:48

    Ich war ehrlich gesagt noch nie dort, obwohl ich bereits 1965 in DD geboren bin.
    Aber im Alter wird man ja bekanntlich weiser und erkennt auch die kleinen und schönen Dinge im Leben besser. Sehr gute Bilder und ich nehme es mir wirklich vor, auch einmal hineinzugehen und nicht bloß drumrum zu laufen oder zu fahren.

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