in Holz geschnittener Halbmond, historisches Wegzeichen in der Dresdner Heide

Wanderung zum „geschnittenen Halbmond“ in der Dresdner Heide

Dresdner Heide

Ausgehend von der Ullersdorfer Mühle, die auch als Todmühle bezeichnet wird, startet dieser Rundweg durch die Dresdner Heide. Bei den derzeit sehr frostigen Temperaturen befindet sich die Natur im Winterschlaf und das Flüsschen Prießnitz wird von einer glänzenden Eisschicht bedeckt. Begleitet von kalter, klarer Luft lassen sich aber durchaus stimmungsvolle Motive entdecken! Zum Zeitpunkt meiner Wanderung war ich fast allein im Wald unterwegs und habe die Stille auf mich wirken lassen.

Wandern auf historischen Pfaden: Zirkel und Bischofsweg.

Im Südosten des großen Waldgebietes Dresdner Heide, zwischen den Ortschaften Bühlau und Ullersdorf, befindet sich die Ullersorfer Mühle. Mit der Buslinie 309 ist sie von Dresden oder Radeberg ganz bequem erreichbar. (Haltestelle „Ullersdorf Mühle“) Auf dem Wanderpfad „Zirkel“ geht es vom Waldrand in nördliche Richtung durch die Heide. Dabei überqueren wir zwei große Hauptwege: zuerst den A-Flügel und dann die Alte Eins. Während der Pfad anfangs recht breit erscheint und parallel zur Prießnitz verläuft, wird er allmählich schmaler und schlängelt sich bis zur Schneise 5. Dabei handelt es sich um die Verlängerung der Ullersdorf-Langebrücker Straße, auf die wir nach links abbiegen.
Auf diesem geradlinigen, gepflasterten Hauptweg wandern wir ein Stück in nordwestliche Richtung – bis an einem Baumstamm ein dreieckiges Symbol zu sehen ist. Mit diesem historischen Waldzeichen ist links des Weges der Bischofsweg markiert. Der schöne Waldpfad führt zurück zur Prießnitz, die wir auf einer kleinen Holzbrücke überqueren und weiter in südwestliche Richtung bis zum C-Flügel wandern. Die Moose am Wegesrand werden vom Sonnenlicht beleuchtet und bringen etwas grüne Farbe in die winterliche Landschaft.

Mögliche Erweiterung der Strecke in Richtung Heidemühle.

Vom Ufer der Prießnitz aus ist es übrigens nicht mehr weit bis zur Ruine der einstigen Heidemühle. Für einen Abstecher in die Mitte der Dresdner Heide bietet sich also ein alternativer Wegverlauf an: auf dem Neuen Weg geht es flussabwärts direkt bis zur Radeberger Landstraße. Um zurück zum Bischofsweg zu gelangen, gibt es neben dem Holzpavillon (von 2014 bis 2018 als rustikale Jägerbaude genutzt) einen Waldweg. Stufen führen den Hang hinauf und wir wenden uns nach links auf den Pfad „Verkehrte Gabel“. So treffen wir wieder auf den Bischofsweg, biegen nach rechts ab und führen die Wanderung gleichermaßen bis zum C-Flügel fort. Auf den folgenden Karten sind sowohl der normale, als auch der erweiterte Verlauf des Weges zu sehen.

Normale Strecke: 9 km
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Erweiterte Strecke: 11,8 km
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Ein „geschnittener Halbmond“!

Kurz vor Erreichen des Hauptweges HG-Weg, biegen wir vom C-Flügel nach links auf den kleinen Pfad namens „Halbmond“ ab. Mit roter Farbe auf weißem Grund ist das historische Symbol der Mondsichel auf Baumstämme gemalt worden und dient der Orientierung. Aber es gibt zudem noch ein ganz besonderes Zeichen zu entdecken! Früher, als das Wegenetz in der Dresdner Heide entstand, wurden die Waldzeichen direkt in die Rinde der Bäume geschnitzt. Wenige dieser geschnittenen Wegzeichen sind heute noch erhalten und erinnern an den einstigen Beruf des Waldzeichenschneiders. Im Bereich, in dem sich der „Halbmond“ mit dem „Weißiger Gänsefuß“ (sein Symbol ähnelt einem M) kreuzt, befindet sich ein alter Baum. Am unteren Teil seines Stammes fällt in der vorgewölbten Rinde eine Vertiefung auf. Erst beim genaueren Hinsehen zeigt sich der in Holz geschnittene Halbmond. Im Beitrag über die historischen Waldzeichen finden sich weitere Informationen zur Entstehung des Wegenetztes in der Dresdner Heide.

Zum einstigen Standort der Alten Heidemühle und Ankunft an der Todmühle.

Der kleine Pfad Halbmond trifft bald auf den Neuen Flügel. Auf diesem Weg erreichen wir den Hauptweg Nachtflügel, der auch mit einem roten Strich markiert ist. An der Wegkreuzung mit dem A-Flügel biegen wir nach rechts ab und kurz darauf verwandelt sich der Nachtflügel in einen kleinen Pfad. Schließlich treffen wir auf den Weißiger Weg (sein Symbol ähnelt einem W). Im Bereich der Kreuzung befand sich einst die Alte Heidemühle, die erstmalig im 16. Jahrhundert erwähnt wurde. Bis zum Jahr 1841 wurde hier die Kraft des fließenden Wassers genutzt. Danach verlegte der Müller ihren Standort an die Radeberger Landstraße, wo die Heidemühle noch heute als Ausflugslokal in Mitten der Dresdner Heide bekannt ist.

Zeit für den Endspurt! Auf dem Weißiger Weg erreichen wir rasch unseren Ausgangspunkt an der Todmühle und beenden die Wanderung durch den märchenhaften Wald.

Wer gern auf historischen Waldwegen wandert, dem empfehle ich auch folgende Strecken in der winterlichen Dresdner Heide: Stausee und Tanzzipfelwiese / Winterwanderung zum Stausee / Von Bühlau zur Prießnitz / Saugarten und Saugartenmoor / Wanderung im Herzen der Heide

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