Ausblick vom Lilienstein auf die Festung Königstein

Lilienstein Wanderungen, Teil 2

Der Lilienstein: Wunderbare Aussichten und ein historischer Ort.

Bezug nehmend auf den 1. Teil des Berichts, möchte ich nachfolgend auch zwei kürzere Wegstrecken empfehlen. Für mich ist der Lilienstein bereits seit vielen Jahren ein Ort, der mich begeistert und an den ich immer wieder gern zurückkehre. Vermutlich hat er im Allgemeinen eine anziehende Wirkung auf die Menschen, denn Funde von Keramikscherben belegen eine frühzeitige Besiedlung des Felsen. Aufgrund seiner exponierten Lage und hervorragenden Aussichten in alle Himmelsrichtungen ist davon auszugehen, dass auch die Menschen in früherer Zeit diesen Vorteil erkannten und entsprechend nutzten. So erinnern Mauerreste auf dem Plateau an eine spätmittelalterliche Wehranlage, die aus Steinen errichtet wurde. Eine Triangulationssäule erinnert an die Technik der Landvermessung im Königreich Sachsen. Zudem gibt es zwei Obelisken zu entdecken. Heutzutage gehört der Lilienstein zu den bekannten Ausflugszielen zum Wandern in der Sächsischen Schweiz. Mit jedem Aufstieg auf den Lilienstein eröffnen sich altbekannte und neue Blickwinkel.

2. Wanderung:

Aufstieg von Königstein auf den Lilienstein.

Der etwa 6 km lange Rundweg eignet sich für Wanderfreunde und Familien mit Kindern, die mit der S-Bahn anreisen möchten. Die Strecke kombiniert idyllische Waldwege, einige Anstiege (teils mit Treppen und Leitern), den Besuch der Bildungsstätte Sellnitz, sowie die Erkundung der Aussichtpunkte auf dem Lilienstein. Als Ausgangs- und Zielpunkt der Wanderung soll der S-Bahnhof Königstein dienen. Von der Bahnstation aus führt der Weg ein Stück flussabwärts bis zum Fähranleger. Mit der Fähre ist das gegenüberliegende Elbufer bzw. der Ortsteil Halbestadt bequem erreichbar. Nach der Überfahrt geht es ein kurzes Stück nach links weiter und noch vor dem Rastpatz zweigt der Weg nach rechts ab. Der zunächst breite Weg führt an einigen Wohnhäusern vorbei und es geht den bewaldeten Hang hinauf.

Aufstieg aus dem Elbtal und zur Bildungsstätte Sellnitz.

An den Herbergen halten wir uns rechts, um in Richtung des Nordaufstiegs zu wandern. Der idyllische Kirchweg führt durch ein schönes Waldgebiet, wobei sich der Lilienstein schon ganz in der Nähe befindet. Dem Kirchweg weiterhin folgend, würden wir direkt zum Nordaufstieg gelangen. Meiner Meinung nach lohnt es sich jedoch, einen kleinen Umweg zur Bildungsstätte Sellnitz einzuplanen. Dazu verlassen wir den Kirchweg, halten wir uns rechts und folgen für ein kurzes Stück dem Ringweg, bis wir den Sellnitzer Hof erreichen. Der ehemalige Dreiseithof Sellnitz beherbergt seit 1995 eine Kinder- und Jugendbildungsstätte des Nationalparks Sächsische Schweiz. Im Außengelände befinden sich unter anderem ein Barfußpfad, ein Baumtelefon, eine Kräuterspirale und eine Duftorgel. Die Anlagen sollen Kinder dazu animieren, die Natur mit allen Sinnen erfahren.

Nordaufstieg auf den Lilienstein.

Anschließend geht es zurück zum Kirchweg und wir nehmen nun den Nordaufstieg auf den Lilienstein in Angriff. Über zahlreiche Treppenstufen führt der wildromantische Nordaufstieg hinauf auf das bewaldete Gipfelplateau des Lilienstein. Im Schatten der dichten Baumwipfel ist die Überwindung der Höhenmeter auch bei sommerlichen Temperaturen durchaus angenehm. In jedem Fall wird der kurze, teils recht steile Aufstieg mit einer fantastischen Aussicht in die Berglandschaft belohnt.

Aussichtspunkte auf dem Sandstein-Plateau des Lilienstein.

Hoch oben auf dem zerklüfteten Sandstein-Plateau empfiehlt es ich, zuerst die Aussichtspunkte im östlichen Bereich zu erkunden und im Anschluss den markierten Wanderwegen nach Westen zu folgen. Es bieten sich wunderbare Ausblicke in östliche Richtung auf das Elbtal, sowie in Richtung Bad Schandau und Schrammsteine. Lässt man den Blick in südöstliche Richtung schweifen, so sind unter anderem die Erhebungen des Gohrisch, Papststein und Kleinhennersdorfer Stein zu erkennen. Der Obelisk, auf dem gekreuzte Schwerter abgebildet sind, wurde zu Ehren August des Starken errichtet. Der berühmte Kurfürst von Sachsen bestieg den Lilienstein im Jahr 1708.

Weiter geht es zur Aussicht mit dem großen Obelisken, der an das 800-jährige Jubiläum der Wettiner erinnert und bereits aus weiter Ferne gut erkennbar ist. Der Wettin-Obelisk wurde 1889 errichtet und betont das unverwechselbare Erscheinungsbild des Liliensteins. Vorbei am Berggasthaus und an den Mauerresten der einstigen Burg Lilienstein, bieten sich unterwegs ganz fantastische Ausblicke in südliche Richtung zur Festung Königstein und zum Pfaffenstein. Im Nordwesten erheben sich die Bärensteine und der Rauenstein. Es dauert nicht lange, dann erreichen wir den Triangulationspunkt und die Westaussicht, mit Ausblick in Richtung Pirna und das Dresdner Elbtal im Westen und den Kurort Rathen im Norden.

Abstieg an der Südseite und Rückweg ins Elbtal.

Für den Abstieg wählen wir die Südroute. Dazu geht es ein Stück zurück bis zu einer alten Eiche, die auf dem Sandstein wächst und deren verschlungene Wurzeln sich teilweise über dem Erdreich befinden. Über zahlreiche Stufen geht es an der Südseite hinab, wobei sich faszinierende Aussichten auf die Sandsteinfelsen bieten. Ausgehend vom bewaldeten Felsfuß, wählen wir den geradlinigen Weg über das Feld. Hier lohnt sich der Blick zurück, wobei wir das imposante Felsmassiv des Lilienstein noch einmal aus der Ferne betrachten können. Bald erreichen wir den Ortsteil Ebenheit, wo der Wanderweg den bewaldeten Hang hinunter führt. Wir treffen auf den Weg, auf dem wir die Wanderung begonnen haben und kommen wieder im Ortsteil Halbestadt an. Mit der Fähre überqueren wir nochmals die Elbe und gelangen somit ganz bequem zurück zum Ausgangspunkt an der Bahnstation in Königstein.

3. Wanderung:

Kurzwanderung auf dem Lilienstein.

Meine beiden früheren Berichte über den Lilienstein basieren auf der Kurzwanderung, wobei ich die wunderbaren Ausblicke vom Gipfelplateau mit meiner Kamera festgehalten habe. Die Foto-Wanderung mit dem Titel „Der Lilienstein – Weitblick in die Sächsische Schweiz“ aus Feburar/März 2017 war der winterlichen Natur gewidmet. Im Beitrag „Der Lilienstein – faszinierende Aussicht und ein Ort mit Geschichte“, den ich Ende Oktober 2019 verfasst habe, inspirierte mich die herbstliche Stimmung.

Ausgangs- und Zielpunkt ist der Wanderparkplatz an der Liliensteinstraße, der von der Ortschaft Waltersdorf aus gut erreichbar ist. Auf idyllischen Wanderwegen, die sich am bewaldeten Fuße des Felsen befinden, kann man den Lilienstein gemütlich umrunden. Den Aufstieg sollte man sich natürlich nicht entgehen lassen. Auf dem Sellnitzfahrweg und dem Kirchweg erreicht man den Nordaufstieg. Alternativ wandert man entgegen des Uhrzeigersinns bis zum Aufstieg an der Südseite. Es lohnt sich, für die Erkundung des zerklüfteten Gipfelplateaus etwas Zeit einzuplanen, um die wunderbaren Aussichten in die Landschaft zu genießen. Je nachdem, wie ausgiebig man das Plateau erkundet, umfasst die Wegstrecke etwa 3,5 bis 4 km. Kurz, aber immer wieder sehr schön!

Lust auf eine längere Wanderung? Hier geht es zum 1. Teil des Berichts.

Gipfel, Natur genießen, Sächsische Schweiz, Triangulationspunkt, Wandern
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