Ritterrüstung im Halbschalenturm der Burg Oybin

Malerische Ruinen – Burg und Kloster Oybin

Zittauer Gebirge

Bekannte Motive von Ruinen, umgeben von einer wild-romantischen Landschaft, haben mich zu einem Ausflug in den Südosten Sachsens inspiriert. Auf den Spuren der Romantiker und in Vorfreude auf die alten Gemäuer, habe ich mich auf die Suche nach urigen Motiven gemacht.

Die Romantische Burg- und Klosteranlage auf dem Oybin.

Allgemein gilt der Oybin als ein lohnendes Ausflugsziel im Herzen des Zittauer Gebirges. Am nördlichen Rand des gleichnamigen Städtchens, erhebt sich der markante Tafelberg aus Sandstein. Seine interessante Formgebung erinnert an einen Bienenkorb. Aber auch die Ruinen der einstigen Burg- und Klosteranlage, die sich in luftiger Höhe auf dem Felsplateau befinden, laden zu einer gedanklichen Reise in längst vergangene Zeiten ein. Der gut befestigte Aufstieg führt vorbei an der Bergkirche und über Treppen hinauf bis zu den Burgtoren. Alternativ bietet sich auch in halber Höhe der Abzweig nach links durch die Ritterschlucht an.

Schon in der Bronzezeit muss der Oybin die Menschen fasziniert und angezogen haben. Funde belegen, dass der Berg bereits im 11. und 12. Jh. v. Chr. besiedelt worden ist. Aus der Zeit der Besiedlung durch die Slaven im 11. und 12. Jh. n. Chr. stammen die ältesten erhaltenen Formen der Burg. Im Mittelalter wurde die Burg Oybin zu einer Wehranlage ausgebaut, die dem Schutz der umliegenden Handelswege diente. Ein weiterer Ausbau erfolgte durch Karl IV, der seinen Alterssitz auf dem Oybin anlegte. Der Wohnturm gilt als ältester Teil der mittelalterlichen Burg. Der Halbschalenturm verfügt über Schießscharten und zeugt von der einst militärischen Nutzung. Vom Bahrhaus verläuft ein unterirdischer Gang (Felsspalt) hinab ins Tal, der möglicherweise als Fluchtweg oder Warenaufzug genutzt worden sein könnte. Darüber hinaus wurde eine gotische Klosterkirche erbaut und im Jahr 1384 geweiht. Die Kirche stiftete Kaiser Karl dem Orden der Cölestiner. Während der Reformationszeit verlor das Kloster auf dem Oybin jedoch an Bedeutung und es begann der Verfall.

Motive der Romantiker neu entdeckt.

Im 18. und 19. Jh. entdeckten die Romantiker den mystischen Reiz der Ruinen für sich und setzten Landschaftsmotive auf dem Oybin in ihren Werken stimmungsvoll in Szene. Künstler wie Caspar David Friedrich, Carl Gustav Carus, Carl Blechen oder Ernst Ferdinand Oehme stellten die Ruinen in ihren Werken dar. Besonders beliebte Motive sind das „Bibliotheksfenster“ und der Bergfriedhof.

Auch heute noch wirken die alten Gemäuer in der unberührten Landschaft sehr romantisch und geheimnisvoll, insbesondere wenn der Oybin in Wolken und Nebel gehüllt ist. Eindrucksvoll ist der Blick hinauf zu den langgestreckten gotischen Fenstern, wenn man inmitten der einstigen Klosterkirche steht. Über eine Wendeltreppe ist der Aussichtspunkt im Kirchturm zu erreichen. Von dort aus bietet sich eine tolle Sicht auf die gesamte Burg- und Klosteranlage, sowie in die umliegende Berglandschaft.

Es lohnt sich in jedem Fall, das Gipfelplateau auf dem Ringweg zu umrunden. Dabei bietet sich einerseits die tolle Aussicht in die Landschaft, andererseits faszinieren die steilen Felswände und der Blick in die engen Felsspalten. Auf dem Ringweg sind auch der Burgfriedhof, das Zwischenplateau mit Kräutergarten, eine Zisterne und das Nordplateau erreichbar. Auf dem Nordplateau befinden sich sowohl der höchste Punkt des Berges in 514 Metern Höhe über NN, als auch eine Camera Obscura. Der Südgipfel war einst mit Mauern umbaut und befindet sich in 508 Metern über NN.

Wer sich (so wie ich) für dunkle Ritter, alte Geschichten und mittelalterliche Burgen begeistert, wird ganz sicher auf dem Oybin fündig werden!

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