Blick auf die Talsperre Klingenberg

Von der Dresdner Heide in den Tharandter Wald, Talsperre Klingenberg

Bei dieser Radrunde soll es in Richtung Osterzgebirge gehen. Zwei Ausflugsziele habe ich dabei besonders ins Visier genommen: den Tharandter Wald mit seinem historischen Jagdschloss Grillenburg und die Talsperre Klingenberg. Auf einer Anhöhe nordöstlich von Tharandt gibt übrigens es einen Triangulationspunkt zu entdecken und ein paar schöne Anstiege sind auch zu verzeichnen. Insgesamt umfasst die Runde etwa 90 km. Dieser Beitrag erscheint etwas zeitversetzt, in Erinnerung an einen der letzten spätsommerlichen Tage diesen Jahres.

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Durch das Tal der Prießnitz nach Dresden und weiter nach Freital.

Gewohntermaßen lag mein Start- und Zielpunkt inmitten der Dresdner Heide, an der Heidemühle. So wählte ich zu Beginn einen ganz genussvollen Abschnitt, wobei ich auf dem breiten und kurvenreiche Waldweg (flussabwärts) entlang der Prießnitz bis in die Dresdner Neustadt geradelt bin. Nach 11,4 km erreichte ich den Alaunpark und setzte die Fahrt in Richtung Altstadt fort. Vorbei am Goldenen Reiter, überquerte ich mit der Augustusbrücke die Elbe. Dann weiter in Richtung Löbtau – und auf der Tharandter bzw. Dresdner Str. nach Freital. Kurz nach dem Haltepunkt Freital-Potschappel zweigt die Lutherstraße zur gleichnamigen Kirche ab. Von dort aus geht es mit einem längeren Anstieg hinauf bis nach Weißig.

Aussicht von der Opitzhöhe – einst diente sie als Triangulationspunkt.

Nachdem ich die Ortschaft Weißig durchquert habe, ließ ich den Blick über die weiten Felder schweifen und erreichte mit einem Abzweig nach links über den Feldweg die Opitzhöhe (Hoher Weg). Sie befindet sich in 367 Metern Höhe und ist die nordöstlichste Erhebung des Erzgebirges. Bei guter Sicht sind von diesem Standpunkt aus die Tafelberge der Sächsischen Schweiz deutlich zu erkennen, wie zum Beispiel der Lilienstein oder die Festung Königstein. Aber auch die sanft geschwungenen Bergkuppen des Erzgebirges sind zu sehen.

Direkt an der Wegkreuzung befindet sich ein alter Stein aus dem Jahr 1878, der Entfernungsangaben trägt. Auf seiner Oberseite ist eine Platte befestigt, auf der markante Punkte in der Umgebung eingraviert sind. So lassen sich Erhebungen in der Landschaft leichter zuordnen: wie der Borsberg bei Pillnitz, der Windberg in Freital, die Quohrener Kipse oder der Kahleberg.

Neben dem schönen Panoramablick fällt natürlich auch eine Säule auf. Dabei handelt es sich um eine historische Triangulationssäule zweiter Ordnung, die im Rahmen der Königlich-Sächsischen Triangulation von 1869 zur Landvermessung diente. In den Jahren 1862-1890 legten Wissenschaftler auf Anhöhen im Königreich Sachsen markante Fixpunkte fest, zwischen denen es eine Sichtverbindung gab. Die einzelnen Punkte konnten zu Dreiecken verbunden werden und machten trigonometrische Berechnungen bzw. präzise Abstandsmessungen möglich. Der Vorläufer moderner Navigationstechnik! Als weitere bedeutende Triangulationspunkte sind auch der Borsberg und der Lilienstein zu nennen.

In den Tharandter Wald und zum Jagdschloss Grillenburg.

Mit Erreichen der Opitzhöhe waren übrigens die ersten 30 km geschafft – und weiter sollte die Fahrt nach Großopitz und Fördergersdorf gehen. Mit dem Abzweig nach Südwesten erreichte ich in Spechthausen den Rand des großflächigen Tharandter Waldes. Nun galt es, auf dem breiten Waldweg nach Süden zu fahren (Mühlweg – Flügelbergweg – E-Flügel – Grunder Weg). So erreichte ich nach insgesamt 41 km das Jagdschloss Grillenburg inmitten des Waldes. Auf dem Weg durch das Schlossgelände und vorbei an den Teichen, lohnt es durchaus etwas Zeit für die Motivsuche einzuplanen. Das Jagdschloss wurde ab 1554 auf älteren Grundmauern errichtet, deren Ursprünge bis in das 13. Jh. reichen. In mittelalterlicher Zeit soll sich an diesem Standort ein Pilgerhospiz befunden haben, in dem Pilger des Jacobsweges versorgt wurden.

Etwas unscheinbar hinter dem Schloss befinden sich zwei weitere Gebäude. Sie tragen deutliche Spuren des Verfalls und für Freunde verlassener Orte gibt es ein paar interessante Blickwinkel zu entdecken. Besonders hat mir die kunstvoll gestaltete Einfassung der Eingangstür gefallen. In Form eines Sandstein-Reliefs laden Motive der Jagd zur gedanklichen Reise in kurfürstliche Zeit ein. Kurfürst August soll sich einst beim Jagen im Tharandter Wald seine „Grillen“ (Sorgen) vertrieben haben. Daher trägt wohl die historische Schlossanlage den Namen Grillenburg. Vorbei am Badeteich, erreichte ich auf der Schneise 15 und dem Bohlenweg schließlich den südlichen Rand des Tharandter Waldes.

Zur Talsperre Klingenberg.

Weiter ging´s in Richtung Bahnhof Klingenberg-Colmnitz und auf der Straße des Friedens nach Osten. Auf diesem Weg kam ich nach insgesamt 50 km an der imposanten Staumauer der Talsperre Klingenberg an. Nach Überquerung der Staumauer führte ein steiler Waldpfad hinauf zur Waldschänke, wobei ich mein Fahrrad ein Stück auf der Schulter hinauf tragen musste. Oben angekommen, nahm ich die Straße nach Obercunnersdorf. Von dort aus verläuft ein schöner Radweg (Alte Straße) über die weiten Felder bis in den Ort Höckendorf.

Vom Dorfkern aus, wo sich ein Gasthof und das Heimatmuseum befinden, zweigt eine kleine Straße zur Höckendorfer Heide ab. Dabei geht es den knackigen Anstieg am Schenkberg hinauf und weiter bis zum Sportplatz. An der Kreuzung am Sportplatz entschied ich mich für den Abzweig nach links. Damit begann auf dem relativ steinigen Feldweg namens Butterstraße mein Rückweg in nördliche Richtung nach Somsdorf. Von der Somsdorfer Höhe ist wieder in 367 Metern Höhe eine weite Sicht in die Landschaft möglich. Kilometerstand: 60.

Idee für eine alternative Wegführung: Anstatt auf der Butterstraße zurück nach Freital zu radeln, besteht natürlich auch die Möglichkeit etwas weiter östlich durch den Rabenauer Grund zu fahren. Über diesen idyllischen Abschnitt habe ich bereits im Rahmen der Radtour zur Talsperre Malter berichtet.

Abfahrt nach Freital, zum Dresdner Elbufer und zurück in die Dresdner Heide.

Nachdem ich die Fahrt entlang der Butterstraße etwas beschwerlich fand, sollte nun eine schöne flotte Abfahrt nach Freital-Cossmannsdorf folgen. Vorbei am Windberg, der markanten Anhöhe von Freital, führte ich die Tour in Richtung Dresden fort. Über Coschütz, Plauen und Südvorstadt erreichte ich wieder die Dresdner Altstadt. Nach insgesamt 77 km gelangte ich auf den Elberadweg und radelte flussaufwärts bis zur Loschwitzer Brücke. Nach Überquerung der Elbe wurde es Zeit für den „Endspurt“. Dafür eignet sich immer wieder gut die kurvenreiche Grundstraße. Mit Kilometer 86 war der Waldrand der Dresdner Heide erreicht und mein Ausgangspunkt an der Heidemühle nicht mehr weit entfernt. Abschließend wählte ich die gut befestigten Waldwege Nachtflügel, Zweienweg und HG-Weg. Dabei kann man sich gut an den historischen Symbolen orientieren, die mit roter Farbe an Baumstämmen aufgemalt worden sind: NF, Z und HG/HB. Mit etwas mehr als 90 km in den Waden war damit der Rundweg geschafft!

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2 Kommentare. Hinterlasse eine Antwort

  • Ulrich Pankotsch
    5. Oktober 2018 21:09

    „auf der Straße des Friedens nach Osten“
    Das gefällt mir in der Beschreibung, aber dies ist ein ganz anderes Thema

    Schöne Tour, ich bin eher immer faul von Altenberg/ Zinnwald die Weißeritz zur Talsperre heruntergeradelt, als von Dresden aus zu starten.
    Ja als ich mit 15 noch eine Freundin im Mohorn hatte , …;-)

    Antworten
    • Zugegeben, die Formulierung war eigentlich rein geografisch gemeint, aber die Zweideutigkeit hat auch ihren Reiz!
      Jetzt stapelst Du aber ganz tief: denn ich vermute, dass bei Dir übers Jahr ganz schön viele Kilometer auf dem Rad zusammenkommen. Beim Radeln in Erinnerungen zu schwelgen… stimmt, das bleibt bei manchen Strecken nicht aus! 😉

      Antworten

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