Sonnenuntergang bei den Bäresnteinen

Rauenstein, Kleiner Bärenstein und Eulensteine

Eine Herbstwanderung im Elbsandsteingebirge.

Die satten Herbstfarben wollte ich mir in diesem Jahr nicht entgehen lassen und habe eine ausgiebige Foto-Wanderung unternommen. Dieses mal ging es zuerst auf den Rauenstein und anschließend war der Kleine Bärenstein an der Reihe. Wenn man mit der S-Bahn (S1 von Dresden) anreist, müssen ja Start- und Zielpunkt nicht unbedingt identisch sein und so begann mein Weg an der Bahnstation in Wehlen. Von hier aus verläuft der mit einem gelben Strich markierte Malerweg direkt zum Rauenstein. Da der weiche Sandstein sehr zerklüftet ist, führt der Rauenstein-Gratweg über zahlreiche Treppen und Stufen hinauf. Doch vorweg noch ein kleiner Vorgeschmack zum weiteren Verlauf des Weges und ein Blick auf die Karte:

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Kleiner Umweg zu einem besonderen Felsen: dem Pudelstein.

Kurz vor dem Aufstieg lohnt sich ein kleiner Schwenk nach rechts auf den Wanderweg zum Pudelstein. Dabei handelt es sich um ein Flächennaturdenkmal am Wegesrand, das auf den ersten Blick recht unscheinbar wirkt. Doch beim genaueren Betrachten fällt auf der Oberfläche des Sandsteins eine Besonderheit in Form von kleinen, dunklen Kügelchen auf. Durch Einlagerungen ist der weiche Sandstein punktuell von einem härteren Material (Brauneisenstein) ummantelt. Dieses verwittert langsamer, als der pure Sandstein und demzufolge stehen die Kügelchen hervor. Auf dem kleinen Pfad, der links des Steins entlang verläuft, gelangt man recht zügig bis zu einem kleinen Felsentor. Entlang der Felswände gibt es urtümliche Motive zu entdecken und ich habe mir dafür etwas Zeit gelassen.

Gratweg und Ausblick vom Rauenstein.

Anschließend führte mein Weg wieder ein Stück zurück bis zum Malerweg und weiter auf dem langgestreckten Felsrücken des Rauensteins nach oben. Der Aufstieg war nicht besonders schwierig, aber ich habe ihn durchaus als abwechslungsreich empfunden. Nicht zuletzt aufgrund der schönen Aussichtspunkte, wie zum Beispiel durch ein Felsentor mit Blick in Richtung Bastei. Aber auch die dichte Bewaldung und die verwitterten Felsformen erwiesen sich als reizvoll.
Auf dem Fels gibt es eine kleine Berggaststätte und, in knapp 304 Metern Höhe über NN, ein Plateau mit wunderbarem Blick in die weite Landschaft. Im Norden & Nordosten sind das berühmte Basteimassiv und die hellen Bruchflächen der stillgelegten Sandstein-Brüche zu erkennen. Weit im Osten erblickt man die Hintere Sächsische Schweiz und im Westen sind die Hochhäuser des Stadtteils Pirna-Sonnenstein nicht zu übersehen. Die für meinen Geschmack schönste Sicht bietet sich aber im Süden bzw. Südosten: hierbei prägen die Bärensteine, die Festung Königstein, der Lilienstein und der Pfaffenstein ein harmonisches Landschaftsbild.

Abstieg und Wald-Wanderweg zu den Bärensteinen.

Nach einer Sonnenpause folgte der Abstieg in südöstliche Richtung. Am Fuße des Rauensteins nahm ich den Weg nach rechts. Ein Stück nach dem Lastenaufzug, verläuft links ein geradliniger Weg in die Ortschaft Weißig. Hier befinden sich übrigens zwei Wanderparkplätze, die sich als alternativer Ausgangspunkt eignen. Um aber zu den Bärensteinen zu gelangen, bin ich nach rechts abgebogen und damit ein Stück entlang der südlichen Flanke des Rauensteins gewandert. Dann folgte ein Abzweig nach links, der auf einem sehr steinigen Weg bergab in ein märchenhaftes Waldgebiet führt. Dabei habe ich mich an der Wegmarkierung roter Strich orientiert und hinter den hohen Bäumen bald die massigen Felswände des Großen Bärenstein erblickt. Am Großen Bärenstein vorbei, bin ich in Richtung Naundorf weiter gewandert und habe mich noch vor Erreichen des kleinen Ortes am Feldrand links gehalten. Hier führte ein kleiner Pfad wieder in den herbstlichen Wald und vorbei an einem Häuschen, das die Aufschrift „Wasserwerk-Naundorf“ trägt.

Der Kleine Bärenstein mit seiner Ruine und urigen Felsen.

Nun war der Aufstieg zum Kleinen Bärenstein mit einem roten Punkt ausgeschildert. Auf alle Fälle sollte man sich den Aufstieg nicht als steilen Weg auf einen riesigen Fels vorstellen, sondern er ist zerklüftet und führt vorbei an zahlreichen kleineren Felsformationen. Einige davon tragen Trittspuren vom Klettern und besitzen sehr interessante Formen. Auf dem bewaldeten Gipfel angekommen, zogen mich zuerst die Sandstein-Ruinen des ehemaligen Gasthauses in ihren Bann. Die Anlage wurde 1867 massiv erbaut und verfiel nach dem 2. Weltkrieg. Um 1900 wurden hier auch zwei Bären gehalten. Vom höchsten Punkt aus, eröffnete sich erneut ein schöner Weitblick auf den Lilienstein und die Festung Königstein. Hier fand ich es jedoch viel uriger, als auf dem weitläufigen Rauenstein. Abseits des kleinen Gipfelplateau lässt sich auch das umliegende Waldgebiet auf ungesicherten Pfaden erkunden.

Schloss Thürmsdorf und ein besonderer Ausblick auf die Festung Königstein.

Daraufhin wurde es Zeit für den Abstieg in südwestliche Richtung. Auf dem mit einem roten Punkt markierten Wanderweg kam ich an der Höhle „Diebskeller“ (Götzinger Höhle) vorbei und erreichte den kleinen Ort Thürmsdorf mit seinem Schlösschen. Gegenüber vom Schloss – und direkt am Malerweg – befindet sich eine Schokoladenmanufaktur mit Café, die zum Naschen einlädt. Ob ich der süßen Verlockung widerstehen konnte, verrate ich aber nicht. Weiter ging es entlang des Malerweges zur Aussicht am Biedermann-Mausoleum und zur Johann-Alexander-Thiele-Aussicht. Hier ist man der Festung Königstein ganz nah und blickt hinab auf die Elbschleife. Ein schöner Ort zum Verweilen und für die Motivjagd, besonders mit den bunt gefärbten Blättern der hohen Bäume im Vordergrund. Nun besteht die Möglichkeit, ins Tal bis zur Bahnstation Königstein abzusteigen. Jedoch entschied ich mich dafür, den herbstlichen Sonnenuntergang zu genießen und wanderte wieder in Richtung Nordosten zum Rauenstein.

Eulensteine und Sonnenuntergang auf der Ebenheit bei Weißig.

Also wählte ich den sonnigen Weg entlang gepflügter Felder – und blieb weiterhin auf dem Malerweg in Richtung Weißig. So konnte ich die beiden Felsen des heutigen Tages noch einmal im goldenen Abendlicht und aus der Ferne beobachten. Aber auch die kleinen Felsblöcke namens Eulensteine dienten auf dem weiten Feld als Blickfang. In Weißig angekommen, wanderte ich durch den Ort bis zur Hauptstraße. Nahe der Touristenherberge „Auf dem Kulm“, nahm ich den breiten Weg bis zum Fuße des Rauenstein und stieg daraufhin nach rechts auf dem Wanderweg (Markierung: roter Strich) in Richtung Rathen ab. Unterwegs kam ich an den Laasensteinen vorbei und beendete schließlich meine Runde an der Bahnhaltestelle im Kurort Rathen. 13,3 Kilometer waren geschafft!

Bei dieser Wanderung lassen sich auf wunderbare Weise zwei Gipfelbesteigungen mit ebenen Abschnitten und leicht ansteigenden Waldwegen kombinieren. An Berg- und Waldmotiven mangelt es beim Pilgern entlang des Malerweges keinesfalls! So habe mir hierbei Abschnitte der 7. Etappe und der 8. Etappe genauer angesehen, bin jedoch vom originalen Wegverlauf abgewichen. Begleitet von den warmen Herbstfarben und viel Sonnenschein, fand ich die ausgedehnte Wanderung besonders schön.

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