steile und mit Moos benetzte Felswände in der Riegelhofstiege

Riegelhofstiege am Großen Bärenstein und AW am Thürmsdorfer Stein

Eine Wanderung mit leichter Kletterei im Gebiet der Bärensteine.

In Erinnerung an meine Herbstwanderung zum Kleinen Bärenstein und zum Rauenstein, habe ich bislang einen zentral gelegenen Tafelberg in der Vorderen Sächsischen Schweiz vernachlässigt. Aus der Ferne sieht er zerklüftet und stark bewaldet aus und auf dem Weg zum Fuße des Felsens sucht man vergeblich nach Wegweisern oder einer Beschilderung. Genau das machte mich neugierig und bei meiner Suche nach einem sehr ruhigen Ort schien der Große Bärenstein bestens geeignet zu sein! Darüber hinaus bestand der Anreiz darin, die Riegelhofstiege an der Nordseite zu finden.

Auf zu einer Rundwanderung mit etwas Kraxelei. Zuerst auf den Großen Bärenstein, dann weiter in südliche Richtung. Leichte Kletterei am Alten Weg I des Thürmsdorfer Stein wird mit einer wunderbaren Aussicht belohnt. Anschließend führt der Weg auf den Gipfel des Kleinen Bärenstein, durch ein dichtes Waldgebiet und auf dem Gratweg über den Rauenstein.

Riegelhofstiege und Gipfelplateau des Großen Bärenstein.

Ausgehend von Pötzscha, einem Ortsteil von Wehlen, führt der Hermann-Schneider-Weg zur Nordseite des Großen Bärenstein. Nach einem unscheinbaren Abzweig nach rechts, fallen faszinierende Felsformationen auf und es geht hinein in einen Felsenkessel, den Riegelhof. Beeindruckt von steilen Felswänden, wie zum Beispiel dem Conradturm, richtet sich der Blick vom Fuße der Kletterfelsen in die Höhe. Ein toller Ort zur Motivsuche! Am Ende des Riegelhof befindet sich, etwas versteckt, der Einstieg in die gleichnamige Stiege.

Durch einen kleinen Spalt führt der Aufstieg zuerst unter einem Felsblock hindurch und in eine Art Höhle hinein. Weiter geht es über die feuchten Steine aufwärts, wobei man sich gut an den Trittspuren im Sandstein orientieren kann. Da es zwischen den Felswänden immer schattig ist, sind die Steine teilweise mit Moos benetzt und bilden eine ganz urige Felskulisse. Der obere Teil ist leichter zu bewältigen und ziemlich flott ist das Gipfelplateau erreicht. Mir hat die Riegelhofstiege sehr gut gefallen! Meiner Meinung zählt sie eher zu den leichteren Stiegen, bei der es aber wunderbare Motive zu entdecken gibt. Vorsicht ist dennoch geboten, denn an einigen feuchten Stellen besteht Rutschgefahr. (Wanderfreunde sollten bedenken, dass eine Stiege kein regulärer Wanderweg ist und der Aufstieg etwas anspruchsvoller ausfallen kann bzw. Schwindelfreiheit erfordert.)

Trotz der Bewaldung, bietet der Gipfel des Großen Bärenstein in 327 Metern Höhe über NN zahlreiche schöne Aussichtspunkte. Lässt man den Blick in nordöstliche Richtung schweifen, so ist das berühmte Basteimassiv zu erkennen. Im Süden sind der Kleine Bärenstein und die Festung Königstein zu sehen, etwas weiter östlich der Lilienstein. Abseits der Touristenströme, kann man hier oben ganz zentral und dennoch ungestört verweilen. Für den Abstieg bietet sich ein Wanderweg durch den Wald an, der sich an der Westseite befindet.

Thürmsdorfer Stein und Kleiner Bärenstein.

Ebenso wie beim Großen Bärenstein, sind auch die Felsen des Kleinen Bärenstein zerklüftet. So liegen ihm einige kleinere Kletterfelsen zu Fuße. Durch ein Waldgebiet führt der Wanderweg hinauf in Richtung Gipfel. Rechts des Weges befinden sich weitere Kletterfelsen, so auch der Thürmsdorfer Stein. Er hat einen schönen Aufstieg für Kletteranfänger zu bieten. Auf dem Alten Weg (AW) ist im 1. Schwierigkeitsgrad sein Gipfel gut erreichbar. Die ersten Meter können nass und rutschig sein, sodass im Einstieg das Ausweichen nach rechts auf den Gratweg empfehlenswert ist. Unterhalb der Abseilöse führt der Weg nach links in einen Kamin. Für mich war es eine gute Übung, um mehr Sicherheit bei der Kaminkletterei zu bekommen. Oben auf dem Gipfel angekommen, überwältigt der Blick in die Weite. Der Abstieg erfolgt auf demselben Weg wie der Aufstieg.
Nun geht es weiter über Treppenstufen zur Ruine des einstigen Berggasthauses und weiter auf den Gipfel des Kleinen Bärenstein. Von hier aus lässt sich der Große Bärenstein im Norden noch einmal in voller Schönheit aus der Ferne bestaunen.

Wanderung auf dem Gratweg über den Rauenstein.

Zurück und mit Blick auf den Einstieg in den Alten Weg am Thürmsdorfer Stein, führt ein Weg (nach links) hinab durch den Felsspalt. Hier tragen die Felswände, je nach Lichteinfall, sehr schöne Farben. Weiter geht es durch den dichten Wald und zum letzten Gipfel des Tages. Durch eine Senke führt der Wanderweg bis zum Fuße des Rauenstein. Zum Endspurt lohnt sich der Aufstieg zum Gasthaus, wobei sich von der Terrasse aus nochmals ein toller Ausblick in Richtung der Bastei bietet. Anschließend führt der Gratweg über den langgestreckten Bergrücken allmählich hinab. Ein passender Zeitpunkt, um den Rückweg durch den Wald in Richtung Pötzscha in Angriff zu nehmen.

Insgesamt war es eine abwechslungsreiche Runde, die Wandern mit leichter Kletterei kombiniert. Eine lohnende Ergänzung zu meiner herbstlichen Rundwanderung: Rauenstein, Kleiner Bärenstein und Eulensteine. Der Wetterfrosch war ganz auf unserer Seite und mir hat es gefallen, mit Dirk und Uli unterwegs zu sein. Herzlichen Dank an Uli fürs Zeigen der Riegelhofstiege und des Alten Weges am Thürmsdorfer Stein.

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2 Kommentare. Hinterlasse eine Antwort

  • Ulrich Pankotsch
    26. Juli 2018 22:54

    Ich freue mich natürlich die schöne Runde hier zu finden.
    Bestimmte Geheimnisse der Tour müssen halt trotzdem gewahrt bleiben.
    Kein Geheimnis, sondern eher ein preiswertes Gedicht ist am Wochenende die wunderbare Rauenstein-Schecke im Gasthaus über den Bergen – leider waren wir in der Woche da.

    Antworten
  • Ulrich Pankotsch
    26. Juli 2018 22:59

    Ach so und toller Kletterweg – etwas moralisch ist auf Bild 1 zu sehen – der Gratweg IV !* am Conradturm.

    Antworten

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