Schloss Weesenstein im Müglitztal

Schloss Weesenstein im Müglitztal

Für einen gemütlichen Ausflug bietet sich der Besuch von Schloss Weesenstein an. Dabei kann man im barock anmutenden Schlosspark spazieren oder sich mit dem Rundgang durch das Museum auf eine gedankliche Zeitreise einlassen. Darüber hinaus führen, ausgehend von der Schlossanlage, einige Wanderwege in das umliegende Waldgebiet. Wer sich für Geschichte und Architektur interessiert, sollte bei der Besichtigung etwas mehr Zeit einplanen. Das Schloss Weesenstein erhebt sich auf einem Felsen über dem Tal der Müglitz und befindet sich im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge.

Besonderheiten des Schloss Weesenstein.

Das Schloss blickt auf eine 700-jährige Geschichte zurück, denn im Jahr 1318 wurde es erstmals als mittelalterliche Wehranlage urkundlich erwähnt. Archäologische Funde können sogar bis zu 800 Jahre zurück datiert werden. Ursprünglich wurde eine mittelalterliche Burg auf dem harten Quarzit-Felsen errichtet, die dann über Jahrhunderte hinweg ausgebaut und erweitert worden ist. Den ältesten Teil bildet das Fundament des Schlossturms.

So vereint das heutige Schloss Weesenstein die Baustile verschiedener Epochen in sich. Zudem scheint das Schloss „verkehrt herum“ gebaut worden zu sein, denn das Bauwerk wuchs von oben nach unten. Die mittelalterliche Burganlage mit sehr dicken Mauern befindet sich über den herrschaftlichen Prunkräumen, die erst viel später entstanden sind. Die fürstlichen Wohnräume wurden im 18. und 19. Jahrhundert erbaut und können stilistisch der Renaissance bzw. dem Barock zugeordnet werden. Ebenfalls barock ist die Schlosskapelle, die im Jahr 1741 eingeweiht wurde.

Der harte und quarzithaltige Felsen, auf dem das Schloss thront, ist übrigens fester Bestandteil und zugleich Besonderheit der Schlossarchitektur. Interessant finde ich die Bereiche, in denen der Felsen mit dem mittelalterlichen Gemäuer verbunden ist. Fürs leibliche Wohl ist mit der Schlossbrauerei und der Königlichen Schlossküche gesorgt.

Kunstversteck hinter dicken Mauern und Spaziergang im Schlossgarten.

Im 2. Weltkrieg diente das Schloss Weesenstein als wichtiges Kunstversteck. Bis 1945 wurden hinter den dicken Mauern wertvolle sächsische Kunstschätze aus Dresdner Museen aufbewahrt. Zum Beispiel aus dem Kupferstichkabinett, der Gemäldegalerie und den Porzellansammlungen. Die Ausstellung „Bombensicher“ ist diesem Kapitel gewidmet.

Bei einem Spaziergang durch den Schlossgarten fällt die streng symmetrische Wegplanung auf. Der natürliche Flusslauf der Müglitz wurde extra umgeleitet, sodass der Fluss den Park in zwei Bereiche teilt. Von gepflegten Blumenbeeten und Rosenrabatten ist der vordere Bereich geprägt. Der hintere und weitaus größere Bereich ist hingegen etwas freier gestaltet. Dabei werden die Wege von Linden und Hainbuchen gesäumt.

Freunde der historischen Gemäuer sollten bei Gelegenheit auch der Festung Königstein und dem Schloss Moritzburg einen Besuch abstatten.

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6 Kommentare. Hinterlasse eine Antwort

  • Ulrich Pankotsch
    18. August 2018 22:38

    Sehr schönes Schloss in Sachsen.
    Sehr schön auch die Veranstaltungen um die Weihnacht auf dem Schloss im großen Saal.
    Gut für Kinder und die Eltern, welche auch gern beim Schlosswirt einkehren.
    Weesenstein ist aber auch bekannt geworden, durch die Familie welche da 2012 auf der letzten Hausmauer im Müglitz-Strom gesessen haben.

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    • Das Waldgebiet rings um Schloss Weesenstein finde ich ebenfalls sehr reizvoll. Wenn es klappt, werde ich mir die Gegend nochmals mit dem Rad oder in Form einer Wanderung vornehmen.

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  • Ulrich Pankotsch
    19. August 2018 22:59

    natürlich war 2002 gemeint

    Antworten
  • Hallo Adriana,
    sehr schöne Fotos aus dem Müglitztal!!
    Ich bin heute mal einen Teil Deiner Mountainbike-Tour zur Schönen Höhe gefahren, allerdings nur bis nach Ditterbach, weil ich zum Böhmensberg wollte.
    Weißt Du eigentlich, was aus der Heidemühle wird? Zur Straßenseite macht das den Eindruck, als würde gebaut. Aber so richtig verändern tut sich auch nichts.
    Viele Grüße – Pit

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    • Hallo Pit, es freut mich sehr, dass du meine Fahrradtour zur Schönen Höhe gefunden hast und sie abschnittsweise gefahren bist. Die Fotos auf Deinem Blog wecken bei mir Erinnerungen und wie es scheint, hattest Du ähnlich schönes Wetter beim Radeln. 🙂
      Du hast Recht, es tut schon etwas in der Seele weh, das ehemals schöne Haupthaus der Heidemühle als Ruine zu sehen. Was den Eigentümer bewegt und wie es weitergeht, weiß ich leider nicht. Derzeit betreibe ich (noch) den Biergarten Heidemühle, der sich etwas versteckt (linkerhand) hinter der Ruine befindet. Da mir der Eigentümer meinen Pachtvertrag nicht verlängern wird, bin ich aber zeitnah zur Geschäftsaufgabe gezwungen und werde mich neuen Herausforderungen widmen. Meine Heidemüllerin-Website werde ich aber weiter betreiben und mit neuen Beiträgen & Fotos erweitern. Als Anregung für meine nächsten Ausflüge mit dem Rad werde ich sicher des Öfteren auf deiner Seite stöbern. In diesem Sinne wäre es klasse, wenn wir in Kontakt bleiben!
      Liebe Grüße aus der Heide, Adriana

      Antworten
      • Hallo Adriana,
        das klingt ja nicht so gut mit der Heidemühle. Auf jeden Fall wünsche ich Dir alles Gute für die neuen Herausforderungen. Bei meiner nächsten Radtour schaue ich dann auf ein Radler bei Dir vorbei!! Liebe Grüße aus Dresden – Pit

        Antworten

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