Ausblick Opferkessel, Westaussicht vom Pfaffenstein

Papststein, Gohrisch und Pfaffenstein: Dritter Teil der Wanderung

Mit dem Aufstieg auf den Pfaffenstein beginnt der letzte Abschnitt der Strecke.

Nachdem wir nun die Aussicht vom Papststein und vom Gohrisch bewundert haben, wählen wir den Wanderweg am Fuße des Pfaffensteins. Dann nehmen wir (rechts des Weges) den grün gekennzeichneten Normalaufstieg. Am Jäckelfels teilt sich der Weg und wir halten uns links um auf dem Klammweg zum Gipfelplateau aufzusteigen.

An dieser Stelle möchte ich einen Blick in die Geschichte werfen. Für die touristische Erschließung des Tafelberges engagierte sich im 19. Jahrhundert Carl Gottlob Jäckel. Daher ist ein Fels nach ihm benannt. Zudem erinnert ein Marmormedaillon am Jäckelfels, auf dem sein Portrait abgebildet ist, an seine Leistungen. Bereits in den Jahren 1878/79 wurde ein erster Aufstieg (auf der Westseite und rechts des Jäckelfels) erbaut, der dem Verlauf des heutigen bequemen Aufstiegs sehr ähnlich ist. Aber die historische Bedeutung des Terrains geht noch viel weiter zurück, denn archäologische Funde aus der Bronzezeit belegen, dass das Gebiet auf und um den Pfaffensein bereits vor ca. 3000 Jahren von Menschen besiedelt wurde.

Aufstieg über den Klammweg und auf dem Gipfelweg zur Barbarine

Der kühle und feuchte Klammweg bietet eindrucksvolle Ansichten auf steile, schroffe Felswände. Ein Fels ist beim Hinabstürzen in der Kamm stecken geblieben und trägt den Namen Fallbeil. Über zahlreiche Stufen, die zwischen den eng stehenden Felswänden istalliert wurden, erreichen wir nach insgesamt 9,8 Kilometern Wanderung die rustikale Berggaststätte und den nebenstehenden Aussichtsturm. Wir folgen zuerst dem rot markierten Weg in Richtung Barbarine (Symbol: Roter Strich). Die knapp 43 Meter hohe, freistehende Felsnadel gilt als Wahrzeichen der Sächsischen Schweiz und einer Sage nach, soll es sich bei der Barbarine um eine versteinerte Jungfer handeln. Ihr Gipfel wurde 1905 erstmals durch Kletterer bestiegen. Bemerkenswert ist, wie sich der Sandstein in dieser außergewöhnlichen Form halten kann. So verwundert es nicht, dass sie im Jahr 1978 als geologisches Naturdenkmal eingestuft wurde. Die fortschreitende Erosion und ein Blitzeinschlag haben dennoch ihre Spuren hinterlassen und so ist die schöne Barbarine (trotz mehrfachen Versuchen der Felssicherung) seit 1975 für Kletterer gesperrt.

Auf dem Gipfel des Pfaffensteins

Nahe der kleinen Barbarineaussicht befindet sich eine großflächige „Sonnenterrasse“, auf der man ausgiebig rasten und verweilen kann. Allegemein verfügt der Pfaffenstein über ein sehr ausgedehntes Gipfelplateau: Die Nord-Süd-Ausdehnung beträgt etwa einen Kilometer. Die West-Ost-Ausdehnung variiert stark und misst an der breitesten Stelle etwa 400 Meter. Der Gipfelweg auf dem Pfaffenstein ist übrigens Teil der 7. Etappe des Malerweges. An der höchsten Stelle befinden wir uns in 435 Metern Höhe und können von zahlreichen Aussichtspunkten weit in die Landschaft blicken. Darüber hinaus finden sich am Pfaffenstein sehr vielseitige und typische Landschaftselemente der Sächsischen Schweiz (wie feuchte Schluchen, Klüfte, Höhlen, Felskessel…) und der größte Teil des Tafelberges ist als Naturschutzgebiet ausgewiesen. Die gut strukturierten Felswände eignen sich hervorragend als Nistplätze. Seltene Wanderfalken, die durch den übermäßigen Gebrauch von Pestiziden in der Land- und Forstwirtschaft in Sachsen ausgestorben waren, wurden in den Jahren 1989 bis 1996 in der Gegend neu angesiedelt. Seit 1993 nistet der Wanderfalke wieder am Pfaffenstein. Zudem ist der Pfaffenstein mit seinen insgesamt 32 Kletterfelsen auch ein Paradies für Kletterer und bietet verschiedenste Schwierigkeitsgrade.

Nun geht es zurück in Richtung Aussichtsturm und dann weiter zum westlichen Aussichtspunkt, dem Opferkessel. Dazu folgen wir weiterhin der roten Wegmarkierung (roter Strich). Der Wanderpfad führt uns, links des Hauptweges, vorbei an der in Stein gemeißelten Annenbank, dann zum „Rittersitz“ und anschließend zum „Opferkessel“. Mehrere mit Regenwasser gefüllte Mulden im Sandstein begründen die Namensgebung. Nun wird es Zeit, den Abstieg in Angriff zu nehmen!

Abstieg über das Nadelöhr und Rückweg nach Königstein

So wandern wir zurück zum Hauptweg, wenden uns nach links und wählen das Nadelöhr zum Abstieg (Symbol: grüner Punkt). Wie der Name schon vermuten lässt, handelt es sich hierbei um einen recht engen Weg und über zahlreiche Metalltreppen erreichen wir nach 11 Kilometern den Fuß des Tafelberges. Unten angekommen, lassen sich einige urtümliche Felsblöcke bewundern, die vom Felsmassiv hinab gestürzt sind. Schließlich leiten wir den Endspurt ein und nehmen den Pfaffensteinweg in Richtung Pfaffendorf. Über die Pfaffendorfer Straße und den Weg „Pfaffenberg“ erreichen wir nach etwas mehr als 13 Kilometern die Stadt Königstein und können unsere Wanderung am Bahnhof beenden.

Die Wanderung über die drei Tafelberge besteht aus mehreren Teilen:

Teil 1: Von Bad Schandau zum Damwildgehege und Aufstieg auf den Papststein.
Teil 2: Aufstieg auf den Gohrisch und weiter zum Pfaffenstein.
Teil 3: Aufstieg auf den Pfaffenstein und Ankunft in Königstein.

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